Es war einmal eine Garage …

M ittlerweile sind wir eine hübsche und respektable Unternehmensgruppe mit einem vielfältigen Portfolio. Wenn wir ehrlich sind, kommt uns das gemessen an unseren Anfängen wie ein kleiner Traum vor. Wie hat es angefangen? Rückblickend klingt es roman­tisch, in der Situation war es aber schräg: Da saßen im Jahr 1994 zwei Buchbinder-Meis­ter bei einem Bier zusammen und wollten etwas in ihrem Leben ändern.­ Der eine war Roland Poehl, der bei einem großen Veredelungsbetrieb in verantwortlicher Position arbeitete, sich im Grun​de aber von seiner Aufgabe gelangweilt fühlte. Und der andere war Frank Volland, der sich gerade mit einer Werbeagentur versuchte und merkte, dass seine Farbenblindheit nicht gerade zielführend für den Job war.

„Was tun?”, fragten sie sich.
„Ja nun, wir sind Buchbinder. Lass uns da was machen.”
„Damit kann doch keiner Geld verdienen.”
„Richtig. Aber was soll’s.”

Wir kratzten unsere letzten Groschen zusammen, liehen Geld bei Freunden und Angehörigen und kauften einen gebrauchten Sammelhefter. Hemdsärmelig stellten wir die Maschine in einer Garage auf, schraubten wie wild an ihr rum und fingen an. Und aufgrund welchen Umstandes auch immer, wir bekamen auch Aufträge. Hoher persönlicher Einsatz und vernünftige Arbeit wurden vom Markt honoriert und Stück für Stück wurde die kleine Garage immer voller. Geld verdienten wir tatsächlich nicht. Das lag aber hauptsächlich daran, dass wir jede übrig gebliebene Mark gleich wieder in unseren jungen Betrieb investierten.

Die Garage war schnell zu klein. Im Jahr 1994 zogen wir um. 250 m² vermietete uns der Spediteur Roland Girke in seinen Räumlichkeiten in Hannover Limmer. Außer dass der Standort direkt am Kanal im Lindener Hafen lag, war der Vorteil, dass wir uns hier 50-m²-weise immer weiter ausdehnen konnten. Und das taten wir, denn der steigende Produktionsumfang erforderte stetig mehr Platz. Wir stellten immer mehr Maschinen auf, tauschten die alten Klapperkarren gegen neue und moderne Aggregate aus und erweiterten unser Leistungsangebot. Nahmen dem armen Roland Girke immer mehr seiner Flächen ab, bis wir uns auf einmal auf drei Etagen und 4.000 m² ausgedehnt hatten.

Zehn Jahre nach unserem holperigen Start waren wir plötzlich eine der modernsten Buchbindereien des Landes. Und immer noch hungrig. Wie von selbst hatten sich mit Lettershop und Fulfillment neue Aufgaben ergeben, derer wir uns ebenso fanatisch annahmen wie der Buchbinderei. Der Lettershop ist heute eine eigenständige Abteilung, das Fulfillment gliederten wir letztendlich wegen des starken Wachstums im Jahr 2008 in ein eigenes Unternehmen aus.

Als wir anfingen, hatten wir noch keine Ahnung davon, dass Erfolg auch ein Problem sein kann. Wir muss­ten einen immer größeren Apparat führen, Prozesse ändern und an neue Anforderungen anpassen. Und spätestens mit der Inbetriebnahme unserer Hardcover-Fertigung wurde die räumliche Situation nahezu quälend: Der Betrieb verteilte sich mittlerweile über drei Etagen, Expansionsmöglichkeiten waren nicht mehr vorhanden, das Herumfahren von Papier in Fahrstühlen war für die Prozessabläufe gelinde gesagt eine Zumutung. Und unsere Kunden honorierten unsere Leis­­­tung durch immer mehr Aufträge. Worüber wir eigentlich glücklich sein konnten, entwickelte sich zunehmend zu einem existenziellen Problem.

Ende 2010 kam dann der Befreiungsschlag: Während alle anderen Weihnachten und Silvester feierten, packten wir unseren Betrieb ein und zogen um. Von Linden-Limmer nach Empelde. Dort stand seit mehreren Jahren ein riesiges Areal leer, dass optimal für unsere Bedürfnisse war. Ehemals von einer Druckerei genutzt, waren bereits viele von uns benötig­te bauliche Anforderungen erfüllt, um schnell und problemlos unsere Produktion aufzubauen. Am 6. Januar 2011 konnten wir am neuen Standort wieder Fahrt aufnehmen. Und es ist perfekt: Unsere Produktion ist vollkommen eben­erdig, wir haben den Umzug genutzt, um mal wieder ein paar neue Maschinen aufzustellen und vorhandene zu erweitern, unsere Prozesse haben sich noch mal deutlich verbessert und das gesamte Klima hat einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht. Und hier haben wir zusätzlich eine leistungsfähige Verpackungsproduktion aufgebaut.

Und am Standort in Empelde sind wir nicht allein. Hier haben wir das Graphische Centrum Empelde geschaffen. Unter dem Dach des GraCE sammeln sich mittlerweile mehrere Betriebe der grafischen Industrie und bilden ein kompetentes Netzwerk für Druckweiterverarbeitung und Veredelung.

Von der Fricklergarage zu einem High­tech-Betrieb mit über 100 Mitarbeitern: Wir glauben – und hoffen –, dass trotz des Wachstums und unseres Reifeprozesses unser Charme erhalten geblieben ist. Neben der zuverlässigen Erledigung von Standardaufträgen zeichnete Integralis stets die Innovationsfreude aus. Bei allem Erfolg, bei allen eingeführten Ablaufprozessen widmen wir uns immer noch mit Herzblut jeder abstrusen Idee – ob nun Papageien auf die Buchdecke appliziert werden oder die Buchkanten schräg sein sollen – wir machen fast alles möglich.

Diese Qualität werden wir uns erhalten. Und auch Sie zufriedenstellen.

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